Jusos kritisieren VVS-Tariferhöhung als „fatales Signal“

Veröffentlicht am 16.12.2020 in Pressemitteilungen

Die Juso-Kreisverbände aus der Region Stuttgart kritisieren die vom Verkehrsausschuss der Regionalversammlung beschlossene Tariferhöhung. Es sei ein fatales Signal an viele treue Fahrgäste in der aktuell schwierigen Situation für den Öffentlichen Personennahverkehr die Ticketpreise durchschnittlich um 2,66% zu erhöhen.

Die im VVS-Gebiet liegenden Juso-Kreisverbände Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr und Stuttgart üben scharfe Kritik an der geplanten Ticketpreiserhöhung. Die SPD-Parteijugend mahnt an, dass die Attraktivität des ÖPNVs sinken und langfristig der Umstieg auf Öffentliche Verkehrsmittel erschwert werde. Die Jusos der Region lehnen wie auch die SPD-Fraktion im Regionalparlament die Anhebung der Preise entschieden ab.

„Der VVS ist im Vergleich zu anderen Verkehrsverbünden sowieso schon sehr teuer, gerade auch für Schüler:innen, Azubis und Studierende“, stört sich Ann-Christin Kreyer, Co-Kreisvorsitzende der Esslinger Jusos und Landtags-Ersatzkandidatin für Esslingen, an der Erhöhung der Ticketpreise, die neben einkommensschwachen insbesondere viele junge Menschen treffe. Schüler:innen und Auszubildende sollen bald 2,7% mehr bezahlen, Studierende 1,2%. „Gerade in der aktuellen Situation, in der sich viele junge Menschen, genau überlegen müssen, ob sie sich ihr Ticket weiterhin überhaupt leisten können, ist dies ein fatales Signal“, so Kreyer weiter.

 

Zwar sei die Einführung des Zehner-Tagestickets ein Schritt in die richtige Richtung. Die Jusos machen aber kein Geheimnis daraus, dass dies nicht der große Wurf ist, den es eigentlich benötigt hätte. „Was es braucht ist ein 365-Euro Jahresticket. Das wäre vielleicht ein mutiger Schritt, vor allem aber der einzig richtige. Nur so kann der ÖPNV langfristig attraktiver werden und die Fahrgastzahlen nach Ende der Pandemie wieder steigen“, kritisiert Hannah-Lea Braun, stellvertretende Juso-Landesvorsitzende für die Region Stuttgart, die Mutlosigkeit  und den fehlenden Weitblick der Regionalversammlung. „So setzt man keine Anreize vom Individualverkehr auf den ÖPNV umzusteigen.“

 

„Der ÖPNV spielt langfristig bei der Erreichung der Klimaziele eine wichtige Rolle und muss jetzt mit bezahlbaren Angeboten statt Preiserhöhungen attraktiv gestaltet werden“, zeigt sich die Landtags-Ersatzkandidatin für Nürtingen, Kristina Wernerus, enttäuscht, dass auch die Grünen der Tariferhöhung zugestimmt haben. Wernerus weiter: „Der ÖPNV garantiert als ökologisch verträgliche Mobilitätsform vielen Menschen, die kein eigenes Auto besitzen, gesellschaftliche Teilhabe. Gerade in einer schweren Wirtschaftskrise darf man dies nicht so vergessen, wie die Regionalversammlung es tut.“